Bewegungskonferenz gegen Big Tech

Wir sind Bewegungen und antikapitalistische Aktivist*innen, die eine Vielfalt an Widerstandsformen gegen Big Tech praktizieren. Wir wollen interessierte Menschen, Aktivist*innen und Bewegungen zusammenbringen, uns vernetzen und lokale Kämpfe verbinden. Wir wollen unser Problemverständnis vertiefen, uns über notwendige Aktionsformen austauschen, gemeinsam Strategien entwickeln und den Widerstand vorantreiben.

Date 10.–12. April 2026

Wir, die veranstaltenden Bewegungen und Aktivist*innen, legen dieses Manifest vor als Grundlage für Diskussionen auf der Konferenz. Wir werden es weiterentwickeln und nach der Konferenz darauf aufbauen, um uns weiter zu organisieren.

Vollständiges Manifest 1.0 lesen

Big Tech zerstört unsere Gesellschaft und den Planeten.

Lasst uns gemeinsam Widerstand leisten und Kämpfe verbinden!

Wir treten ein gegen KI und Kapitalismus, für demokratische Gestaltung und das gute Leben für alle.

Digitale Technologien sind die derzeitige Speerspitze der kapitalistischen Akkumulation und Zerstörung. In ihrer aktuellen Form stellen sie einen technologischen Angriff dar auf unsere ökologischen, materiellen und sozialen Lebensgrundlagen.

Wir haben genug von Big Tech! Wir wehren uns!

Big-Tech-Unternehmen vertiefen bestehende Krisen und Ungerechtigkeiten: Sie tragen massiv zu Umweltzerstörung und Klimakrise bei, machen Arbeit und Wohnungsmärkte noch prekärer, vereinzeln und isolieren die Menschen, die ihre Dienste nutzen, sie verstärken globale Ungleichheit, befeuern Faschismus weltweit und erleichtern systematisches Morden in Kriegen und Konflikten.

Big Tech hinterlässt eine breite Spur der Verwüstung und Ausbeutung: Sie verschwenden Energie und Wasser, betreiben neokolonialen Raubbau seltener Erden und Metalle und entsorgen ihren giftigen Elektroschrott außerhalb der kapitalistischen Zentren. Dafür nutzen sie tief verankerte koloniale Infrastrukturmacht. Big Tech unterstützt die autoritäre Abschottung vor und Jagd auf Menschen, die vor technologisch verstärkten Konflikten und Umweltzerstörung fliehen. Sie treiben eine Automatisierung voran, die Arbeitende im Globalen Süden in immer intensivere Ausbeutung zwingt und zugleich Arbeit im Globalen Norden entwertet und verdichtet.

Das digitale Kapital steht hinter dem Faschismus und ist sein bereitwilliger Handlanger: Big Tech will sich zum unverzichtbaren Gestalter der Zukunft erheben und der Menschheit eine als Wohlstandsversprechen getarnte Dystopie aufzwingen. Sie brechen bereits geschwächte soziale Strukturen auf und wünschen nichts mehr als eine "allgemeine künstliche Intelligenz", die sie als allwissend und allmächtig verehren. Sie streben die transhumanistische Überwindung des Menschen an hin zu einer vermeintlich überlegenen Spezies. Das ist direkt verwandt mit der Eugenik der Nazis: Das Sortieren von Menschen in wertvoll und unwürdig ist in ihren Technologien historisch und technisch verankert. Ihr Wunsch nach totaler technologischer Kontrolle zeigt sich in der Entwicklung künstlicher Gebärmaschinen, die offenbart, dass Big Tech sich den weiblichen Körper aneignen, ihn am liebsten sogar ersetzen will. Der Kampf gegen Feminismus und Queerness dient einer Neuen Rechten als Bindemittel für ihre oft widersprüchlichen Positionen.

Wir organisieren und widersetzen uns!

Wir wollen uns vernetzen und uns gemeinsam der Zerstörung entgegenstellen. Unsere Kämpfe verbinden sich bereits an vielen Orten: im lokalen Widerstand gegen zerstörerische Minen und Rechenzentren, in der Organisierung in Betrieben, bei Demos und Streiks gegen Aufrüstung und mörderische Technologien, insbesondere in Gaza, in stadtpolitischen Protesten gegen Gentrifizierung und Überwachung, in antifaschistischen Aktionen gegen die Neue Rechte, in widerständiger Wissenschaft und durch politisches Hacking.

Wir wollen Big Tech verweigern, hacken und herunterfahren: Lasst uns die Schwachpunkte finden, uns verbünden und die Expansion von Big Tech stoppen. Wir lehnen insbesondere "Künstliche Intelligenz" grundsätzlich ab und halten Gegenwehr für dringend nötig, um zerstörerische Soft- und Hardware unschädlich zu machen und den technokratisch-autoritären Umbau von Gesellschaften zurückzudrängen.

Wir wollen Big Tech zerschlagen, vergesellschaften und umbauen: Lasst uns Big Tech enteignen, dezentralisieren und eine radikaldemokratische Kontrolle über digitale Infrastrukturen etablieren. Wir bauen sie um in Plattformen und Netzwerke, die von oben nach unten umverteilen statt andersherum, die ein weltweit solidarisches Miteinander vereinfachen statt verunmöglichen und die Ökosysteme schützen statt zerstören. Manche digitale Technologien müssen wir abschaffen, wenn es uns ernst ist mit einem guten Leben für alle. Sie stehen in einem unlösbaren Widerspruch zu dem, was wir wollen: in eine radikaldemokratische, sozial- und klimagerechte Gesellschaft.

Das Programm umfasst Workshops, Präsentationen, Podiumsdiskussionen, Skill-Sharing und Networking-Veranstaltungen. Wir werden gemeinsam über übergreifende politische Entwicklungen, Widerstandsformen und neue Strategien sprechen. Das vollständige Programm ist unter folgendem Link zu finden.

Programmplan

Es gibt Input und Workshops in 9 Tracks:

Stadtpolitik Wie verändern Big Tech unsere Städte, unsere Mobilität, unser nachbarschaftliches Zusammensein? Was können wir in stadtpolitischen Initiativen dagegen tun?
Wasser und Rohstoffe Wie wirkt sich der enorme Wasserbedarf der Chipproduktion und von Rechenzentren oder der Lithiumabbau auf Menschen und Umwelt in verschiedenen Teilen der Welt aus? Wie können wir dem in Umweltinitiativen entgegenwirken?
Arbeit Wie verändern Big Tech-Unternehmen die Bedingungen für Arbeiter*innen durch neue Formen der globalen Ausbeutung wie Klickarbeit, Automatisierung oder den Einsatz von "KI"? Was können wir in Kollektiven, Koops, Betrieben, Gewerkschaften oder Bewegungen dagegen tun?
Klima und Energie Wie befeuert Big Tech die Klimakatastrophe? Wie kann die Klimabewegung die daraus entstehenden neuen Fragen in ihren Kampf aufnehmen?
Militarisierung Wie sind Big Tech-Unternehmen in die globale Aufrüstung verwickelt und welche Rolle spielen sie heute schon in bewaffneten Konflikten? Welche Hebel haben wir dagegen?
Faschismus Wie verstärkt Big Tech faschistische und autoritäre Tendenzen? Gegen welche Ideologien und Wirkungsweisen müssen wir uns stellen?
Feminismus Wie treibt Big Tech neue anti-feministische und queerfeindliche Diskurse voran? Wie können wir Kämpfe gegen Big Tech feministisch gestalten?
Zukünfte Wie können gute Zukünfte für alle jenseits von Big Tech und von Kapitalismus aussehen?
Kunst Wie erobert Big Tech Kunst? Wie können wir uns dagegen wehren?

Bei „Cables of Resistance“ möchten wir einen safe(r) space und eine angenehme Athmosphäre für alle Teilnehmer*innen schaffen und betrachten dies als eine kollektive Verantwortung.

Vollständiger Verhaltenskodex

Wir erwarten von allen, dass sie

mit Sorgfalt, Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein handeln

sich der Machtverhältnisse, Privilegien und Auswirkungen sowie der eigenen verinnerlichten Vorurteile und Unwissenheiten bewusst sind

bei jeder Interaktion – sei es verbal, körperlich oder digital – um Konsens bitten und die Grenzen und die Privatsphäre anderer respektieren

Gender nicht anhand des äußeren Erscheinungsbilds einer Person anzunehmen – stattdessen nach Pronomen zu fragen und diese zu respektieren

Meinungsvielfalt zu begrüßen und versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, anstatt in den Konflikt zu gehen

Wir akzeptieren nicht

Diskriminierung oder Ausgrenzung, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Transfeindlichkeit.

Belästigung, Einschüchterung oder Gewalt jeglicher Art

Misgendern oder Deadnamen von Personen

Nicht einvernehmliches Aufnehmen, Fotografieren oder Teilen von Inhalten

Awareness & Unterstützung

Falls du dich überfordert fühlst oder einen Vorfall siehst oder erlebst, wende dich an das Awareness-Team, welche an den Awareness-Westen erkennen zu sind. Sie können dir zuhören und dich bei Bedarf an einen ruhigen Ort begleiten und dich dabei unterstützen, die nächsten Schritte zu planen. Dennoch ermutigen wir alle Teilnehmer*innen, aufeinander zu achten.

Das Awareness-Team behält sich zudem das Recht vor, Personen, die sich inakzeptabel verhalten, von der Konferenz auszuschließen. Wenn ihr einen Vorfall melden möchtet, sendet bitte eine E-Mail an care@cableresist.de oder füllt das im FAQ.

Geltungsbereich

Dieser Verhaltenskodex gilt für alle Teilnehmer*innen, Referent*innen, Organisator*innen, Freiwilligen und Pressevertreter*innen in allen Veranstaltungsräumen, Kommunikationskanälen und auf allen Online-Plattformen, die offiziell von Cables of Resistance betrieben werden.

Wir sind gespannt auf eure Eindrücke von der Konferenz! Bitte vergesst nicht, dass die Konferenz von einer Gruppe von Freiwilligen organisiert wurde und wir versucht haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten unser Bestes zu tun.

Wo und wann findet die Konferenz statt? Cables of Resistance findet im FMP1 (Franz-Mehring-Platz 1, Berlin, Deutschland) statt. Es handelt sich um eine dreitägige Konferenz, die am Wochenende vom 10. bis 12. April 2026 stattfindet. Der Kunstsatellit befindet sich in der Lauseria (Lausitzer Str. 10, 10999 Berlin), 15 Minuten zu Fuß vom Konferenzort entfernt. Die Ausstellung ist vom 9. bis 17. April 2026 geöffnet.
Für wen ist diese Konferenz gedacht? Diese Konferenz richtet sich an alle, die sich gegen Big Tech engagieren – Aktivist*innen, Studierende, Forschende, Hacker*innen, Künstler*innen oder einfach nur Interessierte. Das Programm erfordert keine Vorkenntnisse. Es wird zahlreiche Gelegenheiten geben, Kontakte zu knüpfen und Kämpfe und Ideen zu bündeln.
Welche Barrierefreiheits-Unterstützung gibt es? Während der Konferenz stehen freiwillige Betreuungs-/Awarenessteams, professionelle Kinderbetreuung, ein rollstuhlgerechter Veranstaltungsort, Ruheräume und veganes/halal Essen zur Verfügung. Die Sessions finden auf Englisch oder Deutsch statt, mit ausgewählter Simultanübersetzung für größere Sessions.
Wie kann ich über die Konferenz auf dem Laufenden bleiben? Tritt unserem Telegram-Kanal bei für die neuesten Updates, Ankündigungen und Nachrichten über Cables of Resistance.
Wie kann ich Kontakt aufnehmen? Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Informationen zum Programm und zu den Einzelheiten bereitstellen. Für Presseanfragen wende dich bitte an press@cableresist.de. Für andere Anfragen kannst du eine E-Mail an die Konferenzorganisator*innen unter info@cableresist.de senden oder das folgende Formular ausfüllen.
Hinweise zu Teilnahme als Presse Teilnahme für Pressevertrer*innen ist nur unter Anmeldung an presse@cableresist.de möglich. Bitte geben Sie Ihren Namen und Namen des Mediums an, für das Sie tätig sind. Wir senden Ihnen nach Anmeldung eine Bestätigung. Bitte melden Sie sich zusätzlich bei Ankunft vor Ort am Pressedesk.
Pressegespräche finden am Freitag um 15:00 Uhr und am Samstag um 8:45 Uhr vor Ort statt sowie zusätzlich nach Absprache.