Wir sind Bewegungen und antikapitalistische Aktivist*innen, die eine Vielfalt an Widerstandsformen gegen Big Tech praktizieren. Wir wollen interessierte Menschen, Aktivist*innen und Bewegungen zusammenbringen, uns vernetzen und lokale Kämpfe verbinden. Wir wollen unser Problemverständnis vertiefen, uns über notwendige Aktionsformen austauschen, gemeinsam Strategien entwickeln und den Widerstand vorantreiben.
Wir, die veranstaltenden Bewegungen und Aktivist*innen, legen dieses Manifest vor als Grundlage für Diskussionen auf der Konferenz. Wir werden es weiterentwickeln und nach der Konferenz darauf aufbauen, um uns weiter zu organisieren.
Big Tech zerstört unsere Gesellschaft und den Planeten.
Lasst uns gemeinsam Widerstand leisten und Kämpfe verbinden!
Wir treten ein gegen KI und Kapitalismus, für demokratische Gestaltung und das gute Leben für alle.
Digitale Technologien sind die derzeitige Speerspitze der kapitalistischen Akkumulation und Zerstörung. In ihrer aktuellen Form stellen sie einen technologischen Angriff dar auf unsere ökologischen, materiellen und sozialen Lebensgrundlagen.
Wir haben genug von Big Tech! Wir wehren uns!
Big-Tech-Unternehmen vertiefen bestehende Krisen und Ungerechtigkeiten: Sie tragen massiv zu Umweltzerstörung und Klimakrise bei, machen Arbeit und Wohnungsmärkte noch prekärer, vereinzeln und isolieren die Menschen, die ihre Dienste nutzen, sie verstärken globale Ungleichheit, befeuern Faschismus weltweit und erleichtern systematisches Morden in Kriegen und Konflikten.
Big Tech hinterlässt eine breite Spur der Verwüstung und Ausbeutung: Sie verschwenden Energie und Wasser, betreiben neokolonialen Raubbau seltener Erden und Metalle und entsorgen ihren giftigen Elektroschrott außerhalb der kapitalistischen Zentren. Dafür nutzen sie tief verankerte koloniale Infrastrukturmacht. Big Tech unterstützt die autoritäre Abschottung vor und Jagd auf Menschen, die vor technologisch verstärkten Konflikten und Umweltzerstörung fliehen. Sie treiben eine Automatisierung voran, die Arbeitende im Globalen Süden in immer intensivere Ausbeutung zwingt und zugleich Arbeit im Globalen Norden entwertet und verdichtet.
Das digitale Kapital steht hinter dem Faschismus und ist sein bereitwilliger Handlanger: Big Tech will sich zum unverzichtbaren Gestalter der Zukunft erheben und der Menschheit eine als Wohlstandsversprechen getarnte Dystopie aufzwingen. Sie brechen bereits geschwächte soziale Strukturen auf und wünschen nichts mehr als eine "allgemeine künstliche Intelligenz", die sie als allwissend und allmächtig verehren. Sie streben die transhumanistische Überwindung des Menschen an hin zu einer vermeintlich überlegenen Spezies. Das ist direkt verwandt mit der Eugenik der Nazis: Das Sortieren von Menschen in wertvoll und unwürdig ist in ihren Technologien historisch und technisch verankert. Ihr Wunsch nach totaler technologischer Kontrolle zeigt sich in der Entwicklung künstlicher Gebärmaschinen, die offenbart, dass Big Tech sich den weiblichen Körper aneignen, ihn am liebsten sogar ersetzen will. Der Kampf gegen Feminismus und Queerness dient einer Neuen Rechten als Bindemittel für ihre oft widersprüchlichen Positionen.
Wir organisieren und widersetzen uns!
Wir wollen uns vernetzen und uns gemeinsam der Zerstörung entgegenstellen. Unsere Kämpfe verbinden sich bereits an vielen Orten: im lokalen Widerstand gegen zerstörerische Minen und Rechenzentren, in der Organisierung in Betrieben, bei Demos und Streiks gegen Aufrüstung und mörderische Technologien, insbesondere in Gaza, in stadtpolitischen Protesten gegen Gentrifizierung und Überwachung, in antifaschistischen Aktionen gegen die Neue Rechte, in widerständiger Wissenschaft und durch politisches Hacking.
Wir wollen Big Tech verweigern, hacken und herunterfahren: Lasst uns die Schwachpunkte finden, uns verbünden und die Expansion von Big Tech stoppen. Wir lehnen insbesondere "Künstliche Intelligenz" grundsätzlich ab und halten Gegenwehr für dringend nötig, um zerstörerische Soft- und Hardware unschädlich zu machen und den technokratisch-autoritären Umbau von Gesellschaften zurückzudrängen.
Wir wollen Big Tech zerschlagen, vergesellschaften und umbauen: Lasst uns Big Tech enteignen, dezentralisieren und eine radikaldemokratische Kontrolle über digitale Infrastrukturen etablieren. Wir bauen sie um in Plattformen und Netzwerke, die von oben nach unten umverteilen statt andersherum, die ein weltweit solidarisches Miteinander vereinfachen statt verunmöglichen und die Ökosysteme schützen statt zerstören. Manche digitale Technologien müssen wir abschaffen, wenn es uns ernst ist mit einem guten Leben für alle. Sie stehen in einem unlösbaren Widerspruch zu dem, was wir wollen: in eine radikaldemokratische, sozial- und klimagerechte Gesellschaft.
Das Programm umfasst Workshops, Präsentationen, Podiumsdiskussionen, Skill-Sharing und Networking-Veranstaltungen. Wir werden gemeinsam über übergreifende politische Entwicklungen, Widerstandsformen und neue Strategien sprechen. Das vollständige Programm ist unter folgendem Link zu finden.
ProgrammplanEs gibt Input und Workshops in 9 Tracks:
Bei „Cables of Resistance“ möchten wir einen safe(r) space und eine angenehme Athmosphäre für alle Teilnehmer*innen schaffen und betrachten dies als eine kollektive Verantwortung.
mit Sorgfalt, Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein handeln
sich der Machtverhältnisse, Privilegien und Auswirkungen sowie der eigenen verinnerlichten Vorurteile und Unwissenheiten bewusst sind
bei jeder Interaktion – sei es verbal, körperlich oder digital – um Konsens bitten und die Grenzen und die Privatsphäre anderer respektieren
Gender nicht anhand des äußeren Erscheinungsbilds einer Person anzunehmen – stattdessen nach Pronomen zu fragen und diese zu respektieren
Meinungsvielfalt zu begrüßen und versuchen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, anstatt in den Konflikt zu gehen
Diskriminierung oder Ausgrenzung, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Ableismus, Klassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Transfeindlichkeit.
Belästigung, Einschüchterung oder Gewalt jeglicher Art
Misgendern oder Deadnamen von Personen
Nicht einvernehmliches Aufnehmen, Fotografieren oder Teilen von Inhalten
Falls du dich überfordert fühlst oder einen Vorfall siehst oder erlebst, wende dich an das Awareness-Team, welche an den Awareness-Westen erkennen zu sind. Sie können dir zuhören und dich bei Bedarf an einen ruhigen Ort begleiten und dich dabei unterstützen, die nächsten Schritte zu planen. Dennoch ermutigen wir alle Teilnehmer*innen, aufeinander zu achten.
Das Awareness-Team behält sich zudem das Recht vor, Personen, die sich inakzeptabel verhalten, von der Konferenz auszuschließen. Wenn ihr einen Vorfall melden möchtet, sendet bitte eine E-Mail an care@cableresist.de oder füllt das im FAQ.
Dieser Verhaltenskodex gilt für alle Teilnehmer*innen, Referent*innen, Organisator*innen, Freiwilligen und Pressevertreter*innen in allen Veranstaltungsräumen, Kommunikationskanälen und auf allen Online-Plattformen, die offiziell von Cables of Resistance betrieben werden.
Wir sind gespannt auf eure Eindrücke von der Konferenz! Bitte vergesst nicht, dass die Konferenz von einer Gruppe von Freiwilligen organisiert wurde und wir versucht haben, im Rahmen unserer Möglichkeiten unser Bestes zu tun.